
Bereits zum zweiten Mal fand in Stuttgart ein gut besuchtes Barcamp zum Thema » Nachhaltigkeit « statt. Dieses Mal drehten sich die von den Teilnehmern gestalteten Sessions um die Frage: Wirtschaftlicher Erfolg und Lebensqualität - geht beides?
Die erste Session, an der ich teilnahm, widmete sich dem kollektiven Konsum, also der Idee: teilen statt besitzen. Wichtige Impulse gab hier Daniel Bartel von Autonetzer, die auf dieser Vision aufbauend, bundesweites Carsharing zwischen Privatpersonen nicht nur anbieten, sondern leben. Eine gelungene Session zu einem Thema, das sich mit rasanter Geschwindigkeit ausbreitet und nicht ohne Grund mit zu den heißesten Zukunftstrends gehört … (!)
Rund um faire Mode, drehte sich meine zweite Session, die vom Modelabel EcoCarrots aus Stuttgart angeboten wurde und zu interessanten Diskussionen führte. Mal kein jugendliches Start-up, das über faire Mode hofhält, sondern lebenserfahrenere Menschen, die einfach stylische Bio-Mode machen: Wow!

Apropos lebenserfahren, ich möchte darauf hinweisen, dass es sich bei dem geistigen Vater dieses Nachhaltigkeitscamps eigentlich um einen Ökonomen handelt, der im letzten Jahr seinen 100. Geburtstag gefeiert hätte!
Nämlich Ernst Friedrich Schumacher, der Autor des Buches “Small is beautiful”, der in der 1970er Jahren neben dem Ehepaar Meadows (“Grenzen des Wachstums”) den Weg zu einer neuen ökologischen Weltsicht geebnet hat. Seine heutigen Mitstreiter (organisiert in Form der Ernst-Friedrich-Schumacher-Gesellschaft, München und Studenten/ Absolventen der Hochschule der Medien, Stuttgart) sind als Initiative nachhaltige Marktwirtschaft die Initiatoren der beiden bisherigen Barcamps zur Nachhaltigkeit.
Ihr Ziel ist es, das wertvolle Gedankengut Schumachers als Orientierungswissen für eine sich immer schneller wandelnde Welt zur Verfügung zu stellen und sie bedienen sich hierzu souverän des Barcamp-Gedankens.
Fazit: Wer an einem Barcamp zu aktuellen Trends und Fragen nachhaltiger Entwicklung mit fundiertem Expertenhintergrund teilnehmen und sich einbringen möchte, sollte sich das nächste Nachhaltigkeitscamp nicht entgehen lassen!